Wir reisen in den Harz

Am Freitagmorgen, den 03.September 2010, begann unser Harzabenteuer morgens um 07.00 Uhr an der Tankstelle im Tegelgrund. Zwölf Freundeskreisler und zwölf Erwartungen wurden auf zwei Kleinbusse verteilt und bevor die Reise los ging, schoß Helmut noch schnell ein Erinnerungsfoto.

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Klugerweise hatten wir nicht die Autobahn sondern die Bundesstraße über Lüneburg, Uelzen, Braunschrweig und Goslar für unsere Hinfahrt ausgewählt. Bei herrlichem Sonnenschein fuhren wir durch die waldreiche östliche Lüneburger Heide immer Richtung Süden. Unser erster Haltepunkt war die schöne Stadt Uelzen. Wilfried lotste uns in Richtung Bahnhof, denn unsere Mägen konnten schon eine Kleinigkeit vertragen. Bei frischen Brötchen und einem Becher Kaffee machte uns dann Johnny auf das Hundertwasser Kunstwerk des Uelzener Bahnhofs aufmerksam. Bei einer Besichtigung einschließlich der Hundertwasser Toiletten ( mit Eintritt ) waren wir alle tief beeindruckt. Ein toller Eindruck zu Beginn unserer Reise.

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Gestärkt und gut gelaunt ging es weiter in die Harzstadt Goslar. Nach längerer Parkplatzsuche ( ohne Otto hätte das nie geklappt ) hatten wir bereits wieder das Gefühl essen zu müssen. Bei Kohlroulladen und anschließenden Windbeuteln wurde viel gelacht und erzählt.

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Nach einer Stadtrundfahrt und voller neuer Eindrücke, gesättigt und zufrieden, verließen wir Goslar und wurden von Johnny und Helmut zu unserer Unterkunft in Ilsenburg kutschiert ( Wilfried´s Navi machts). Danach gab es noch reichlich Zeit sich frisch zu machen, sich zu bewegen und die nähere Umgebung zu erkunden. Aber pünktlich um 19.00 Uhr konnten wir dann unsere strapazierten Magennerven beruhigen und es uns bei einem reichlichen Abendessen gut gehen lassen. Der Abend verging wie im Fluge. Es wurden persönliche Geschichten aus den "Schlechten Zeiten " erzählt und viele Dünjes zum Besten gegeben. Mit müden Gesichtern ließen wir diesen ereignisreichen Tag ausklingen.
 
Der Sonnabend begann mit Sonnenschein, hervorragender guter Laune bei allen Beteiligten und voller Erwartungen an den kommenden Tag. Ein reichliches Frühstücksbufett steigerte diese positive Stimmung noch. Dann alle ab in die Busse und auf nach Wernigerode zur Bahnstation der Brockenbahn. Bei einer zweistündigen Fahrt durch die abwechelungsreiche Harzlandschaft konnten wir bei herrlichem Wetter diese Dampflokfahrt so richtig genießen. Und dann waren wir da. Der Brocken: ein kahler 1.142m hoher Gipfel mit unansehlichen Gebäuden und einer nicht zu überschauenden Menschenmasse. Die Sicht vom Gipfel war hervorragend, aber nur für ca. fünf Minuten.

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Innerhalb kürzester Zeit verdunkelte sich der Himmel und es begann zu schütten. Wolken, keine Sicht, Regen und Hagel, alles was möglich war, kam vom Himmel. Unterstellmöglichkeiten gibt es dort oben kaum. Das heißt wir wurden naß! Das Wasser lief aus Ärmeln und Hosenbeinen. Kein Schirm und keine Regenjacke hielt das aus. Und alle Brockenbesucher wollten mit "unserem" Zug wieder ins Tal. Ein Chaos wie in besten Nachkriegs-Hamsterzeiten. Menschen in ihrer Ur(Tier)form. Der Stärkere siegt.
 

In einem völlig überfüllten Zug, mit durch nässten Menschen und Hunden, zuckelten wir in zwei Stunden wieder zu Tal und hinein in das schönste Sonnenwetter. Die vorgesehene Stadtrundfahrt durch Wernigerode entfiel natürlich wegen körperlicher Feuchtigkeit und so fuhren wir im Eiltempo in unsere Unterkunft.

 

Kurz abgetrocknet und umgezogen fuhren wir danach mit einem mächtigen Hunger in die " Nagelschmiede ", ein Cafe in Ilsenburg, um den Wetterfrust wegzukauen. Ein super tolles Cafe! Die selbst gebackenen Kuchen waren riesig und sehr lecker 

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Nach Stopfen der größten Löcher in unseren Mägen und der Rückfahrt zur Unterkunft ( Helga und Maren gingen zu Fuß ) konnten wir uns in Ruhe auf das Abendbrotessen vorbereiten. Wie am Abend vorher saßen wir noch lange beisammen und ließen den Tag an uns vorüber ziehen.

 

Sonntagmorgen! Frühstücksbufett ! Maren ganz frisch vom Schwimmen! Nach einem gemütlichen Frühstück und dem Einsammeln aller persönlichen Sachen ging es ab ins Auto und über die Autobahn Richtung Norden. Bei einem zweiten Frühstück in einem Autohof kam es noch zu einer angeregten Diskussion aller über die Teilnahme von Angehörigen an unseren Gruppenabenden.

 

Bei einem Besuch der Gedenkstätte Bergen-Belsen, kamen wir dann noch in eine ernste und erschütternde Situation. Jeden von uns hat dieses Schicksal so vieler unschuldiger Menschen zutiefst berührt, und sehr nachdenklich fuhren wir anschließend durch die blühende Heide bis zu "Omas Bratkartoffelhaus " . Hier konnten wir uns nochmal bei Bauernfrühstück etc. stärken, um dann die restlichen Kilometer bis nach Glückstadt zu fahren.
bild97Fazit:

Eine schöne Reise mit vielen Erlebnissen.

Dank an Helmut für die Organisation und an unsere Fahrer.

Und wir freuen uns alle auf die nächste Fahrt.

Text: Ingrid Schulz

Fotos: Helmut Lucht

 

Die Mittwochgruppe auf Achse

Am 18.08.2010 unternahmen wir mit acht Personen eine Fahrradtour nach Drochtersen.

Mittags trafen wir uns an der Fähre und dann ging unser Ausflug los. Ziel war ein Cafe´ in Drochtersen, wo es am Mittwoch Kuchen und Kaffee satt gibt.

Nach etwa einer Stunde Radfahrt gab es erst einmal Kaffee und dann wurde das Kuchenbuffet in Beschlag genommen.

Satt und gut gelaunt traten wir die Rückfahrt an und waren um 19.00 Uhr wieder in Glückstadt.

 

...und noch ein Ausflug

Die nächste Tour war am 22.08.2010. Wir fuhren dieses Mal mit 15 Personen in Gruppen nach Brunsbüttel. Von dort ging es mit dem Bus weiter nach Friedrichstadt. Hier erwartete uns die "Nordstern", um uns über Eider, Gieselaukanal und Nord-Ostsee-Kanal wieder nach Brunsbüttel zu bringen.

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Wir passierten ein paar Schleusen, um den unterschiedlichen Wasserstand auszugleichen. An Bord wurde gefrühstückt, es gab Mittagessen und nachmittags auch noch Torte. Aber nur essen - nein! Wir haben uns auch bewegt. Es ging nach oben an Deck und bei Gewitter wieder nach unten. Da wir viele Stunden zusammen saßen, wurde auch viel miteinander geredet und nicht nur über Sucht.

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Gut erholt von der Ruhe und den Eindrücken war die Fahrt um 19.00 Uhr zu Ende. Mit den eigenen Autos ging es wieder in die Heimat. Jetzt warten wir auf unsere nächste Gruppenaktion, das Mehlbütelessen. Der Termin steht schon, denn solche Unternehmungen beleben die Gruppenarbeit.

Die Mittwochgruppe

 


Unser Matjesfest 2010 - ein kleiner Rückblick


Mit Mut und Zuversicht haben wir auch in diesem Jahr im Rahmen der Eröffnungsfeierlichkeiten der Glückstädter Matjeswoche unseren Selbsthilfeverein präsentiert.sdc11174

Das Mut in diesem Jahr besonders dazu gehörte, zeigte sich schon bei unserer Info-Veranstaltung, bei der 7 Mitglieder  incl. Vorstand- anwesend waren.

Diese jedoch mit großer Motivation: Wir machen 2 Tage Matjesmeile !

So durften wir feststellen, das wir nicht nur ein kleiner Kreis von Helfern sind, sondern zudem auch nicht mehr die jüngsten. Also fanden wir gemeinsam Plan B, welcher wieder den einfach aufgebauten Pavillon und 4 Klapptische beinhaltete. Zudem der Verzicht auf Porzellangeschirr - alternativ Pappe - sollte das alljährliche Vergnügen einfacher machen.

Mit diesem Vorschlag ging der Vorstand still und zurückhaltend an die Mitglieder und deren Angehörige. Einige Helfer kamen dazu, auch wurde die Kuchenliste üppiger.

Na ja, wir hatten schon mal bessere Ergebnisse, jedoch wissen wir:  Gemeinsam schaffen wir unser Vorhaben!

So war es dann auch: am Samstag dreimal Kuchen ausverkauft, ein besonderer Dank an unsere Kuchen-Zauber-Maus Ingrid mit deinen Vorräten für schnelle Backaktionen hast du unseren Nachmittag gerettet!!! Abends hat sie dann noch mal bis 21.30 Uhr den Backofen glühen lassen, am Sonntag hatten wir zunächst bis Mittags Angst , das wir auf sehr viel Kuchen sitzen bleiben. Gutes Wetter und unsere Unerschrockenheit trugen dann doch auch am zweiten Tag noch zu großem Erfolg bei.

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Der Kontakt mit unseren Gästen war sehr aufgeschlossen und mit viel Freude verbunden. Viele kennen wir schon aus langen Jahren, einige gaben sich zu erkennen: Wir kommen jedes Jahr an Euren Stand, hier gibt es den besten Kuchen und richtig guten Kaffee !

Ehemalige Gruppenmitglieder besuchten uns und berichteten über Ihre Lebenswege.

Wir führten tolle Gespräche, konnten Hilfestellungen anbieten und leisten und in der verhältnismäßigen Einfachheit blieb auch unser Spaß nicht auf der Strecke!

Na, liebe Freunde, das motiviert für das nächste Jahr!!!

Ich möchte mich nochmal bei allen Helfern, bei allen Gästen, bei allen Gesprächspartnern, bei allen Freunden und Angehörigen von Herzen für das tolle Gelingen unserer diesjährigen Präsentation bedanken!

Mein Dank gilt auch denen, die in diesem Jahr nicht helfen konnten, weil es Ihre Zeit oder vielen auch Ihre Gesundheit nicht zugelassen hat. Ich weis, Ihr wart mit Euren Gedanken bei uns und habt uns für gute Arbeit die Daumen gedrückt. Auch das ist wichtig und hilft!

D A N K E ! ! !

Petra Banik  Glückstadt, 28.06.2010

 

Info Stand und Matjesmeile

Liebe Freunde! Unser Info Stand auf der Matjesmeile hat Tradition! Seit Gründung unseres Vereins im Jahre 1991 sind wir immer ohne eine einzige Unterbrechung mit unserem Informationsstand auf der Matjesmeile vertreten. Das muß auch in diesem Jahr wieder so sein, denn Tradition verpflichtet auch. Viele Besucher unseres Standes kommen seit Jahren zu uns und freuen sich immer wieder uns zu sehen und mit uns zu sprechen. Alle diese Menschen würden wir enttäuschen.

Die Organisation dieser Veranstaltung und ihre Durchführung erfordert aber von uns allen eine aktive Beteiligung. Ob durch Kuchen backen, Kaffee kochen oder als Gesprächpartner für Informationssuchende - jeder von euch ist angesprochen. Je mehr Freunde aus den Gruppen sich beteiligen, je geringer werden die Belastungen für den Einzelnen. Also kommt zu unserem Info Abend am 06.05.2010, um 19.00 Uhr, in unsere Räume. Es gibt auch wieder ein reichhaltiges Keksbufett und Kaffee.Ich hoffe auf ein gutes Gelingen!

 

NORDDEUTSCHE RUNDSCHAU vom 12.12.2009

Ehrung

Ehrenmedaille für Johnny Boos

Bild2Mit der Ehrenmedaille der Stadt Glückstadt wurde Johnny Boos jetzt ausgezeichnet. Bürgervorsteher Ulf Ostermann überreichte dem 69-jährigen Glückstädter die Auszeichnung im Rahmen der jüngsten Stadtvertretung. Johnny Boos wurde für sein langjähriges Engagement bei der Suchtkrankenhilfe geehrt. Der Bürgervorsteher würdigte seine vielen Verdienste. 2003 sei Boos von der damaligen Ministerpräsidentin Heide Simonis die Silberehrenmedaille des Landes verliehen worden. Und Ostermann fand auch persönliche Worte vor zahlreichen Zuschauern, die zum Gratulieren gekommen waren: "Der Verein ist für Dich zu einem zweiten Zuhause geworden." Die Zeit, die er investiert habe, sei gar nicht in Zahlen zu fassen.
Boos gab ein Lob an die Stadt zurück: "Die Glückstädter Suchtkrankenhilfe wird im ganzen Land von anderen Freundeskreisen beneidet, weil sie von der Stadt unterstützt wird." Denn seit Jahren gibt es jährlich einen Zuschuss  für die Räume, in denen die Gruppenabende stattfinden. Er dankte allen, die helfen, die Arbeit möglich zu machen. 

Viele Auszeichnungen auf Landesebene und ein Ehrenvorsitz: Johnny Boos ist lange dabei und hat viel bewegt. Seit 1985 macht er Gruppenarbeit und hat auch auf Landesebene viel bewegt. "Die Suchtkrankenhilfe hat im Land eine Vorreiterrolle übernommen."

Der Glückstädter kam 1982 zum Freundeskreis - als Betroffener. "Ich bin  alkoholkrank." Ihm ging es körperlich so schlecht, dass er Hilfe bei einem Arzt suchte. Ohne Erfolg. Er wandte sich an einen Freund, der ihm half und später sein Mentor wurde. Es war der inzwischen Verstorbene Klaus Ziebell, damals Vorsitzender des Freundeskreises. Johnny Boos und seine Frau Helga gingen in die Gruppe, doch der Versicherungsangestellte fing wieder an zu trinken. "Ich hatte nichts begriffen." Nach einem Jahr ging es ihm so schlecht, das er freiwillig eine Therapie anfing, die ein halbes Jahr dauerte. "Ich konnte nichts mehr trinken, mein Magen war kaputt." Sein Arbeitgeber hatte bis dahin nichts gemerkt. 

Nach der Therapie war er ein anderes Mensch: "Von da an ging alles bergauf." Regelmäßig besuchte Johnny Boos mit seiner Ehefrau Helga die Gruppenabende. Sie engagierte sich ebenso wie er, deshalb bezeichnet er sie auch liebevoll als "Mutter der Freundeskreise".

Der Vater von zwei Söhnen übernahm 1985 seine erste Gruppe, die er leitete. Mit einer Unterbrechung von zwei Jahren war er bis Februar diesen Jahres Vorsitzender der Suchtkrankenhilfe. Diese ging als Verein 1991 aus dem Freundeskreis hervor. Auch heute noch leitet er eine Gruppe. "Ein suchtabhängiger Mensch kommt mit seinem Leben nicht klar. Er ist zu sensibel für diese Ellbogengesellschaft", erklärt der Glückstädter sein langjähriges Engagement. 

Mittlerweile ist die Bandbreite der Angebote von Gruppenabenden innerhalb der Suchtkrankenhilfe groß geworden. "Der Schwerpunkt ist Alkohol." Aber auch Betroffene, die unter Depression leiden, unter Drogen und Spielsucht suchen Hilfe bei der Gemeinschaft. 

Auch der Landesvorsitzende der Suchtkrankenhilfe, Wolfgang Gestmann, gratulierte in einer Ansprache.