Eine Freundschaft findet ihr Ende - endlich rauchfrei !!!

Ich bin fast 48 Jahre alt und die längste Freundschaft bis jetzt in meinem Leben währte 34 Jahre. Die Freundschaft zu meiner Zigarette. In jeder Lebenssituation gab sie mir was ich brauchte - Trost, Freude, Entspannung, Pausenfüller, "Dazu gehören", "Tief durchatmen können" und noch viel mehr. Von all diesen Freundschaftsdiensten frei sein, das war schon länger mein Wunsch.

Nicht, das ich es nicht schon mal versucht hätte. Ich scheiterte und heute weiß ich warum. Die Gründe hatten sich irgendwann erledigt - der angesparte Urlaub war zu Ende, das Kind war geboren, die Herzrhythmus - Störungen bestätigten sich nicht.

Jetzt gab es nur den Wunsch, den Willen, auch Ängste und meine Arbeitskollegin Monika. Moni erzählte mir von der Hilfestellung die sie mir geben kann:

- Therapeutische Imagination - ( inneres Erleben, therapeutische Traumreisen ). Im Prozess die Identität als Nichtraucher gedanklich und bildhaft einnehmen.

Erste Sitzung: Bewusstmachung

Wie verhalte ich mich, welche Funktion hat die Zigarette in meinem Verhalten ( was gibt sie mir ).

In einer Traumreise mache ich mich auf den Weg in eine Zeit als Nichtraucher. Es entsteht mein eigenes Bild als Nichtraucher.

Zweite Sitzung: Terminfindung

In meiner Traumreise entsteht der Versuch, im eigenen Unterbewußtsein den Termin meines ersten rauchfrei Tages zu finden. ( Findung aus 3-4 Zahlen und/oder Symbolen ).

Dritte Sitzung: Alternativen und Vorbereitungen

In meiner Traumreise finder ich Alternativen zu typischen Rauchsituationen. Vorbereitungen laufen ab: wen informiere ich als erstes, das ich nicht mehr rauche. Möchte ich ein Sparschwein, um ihm mein Rauchgeld anzuvertrauen? Womit würde ich mich zuerst belohnen wollen?

Vierte Sitzung: Ritual finden

In meiner Traumreise finde ich ein Ritual, wie ich mich von der letzten Zigarette imaginär verabschiede.

Darauf konnte ich mich einlassen. Traumreisen kenne ich aus den Fort- und Weiterbildungen in der Suchtkrankenhilfe; auf alles andere war ich neugierig ( ich gestehe ).

Mein Traumreisebericht:

Die Bewusstmachung meines Rauchverhaltens und den Freundschaftsdiensten meiner Zigarette lösten bei mir zunächst mittelschweres Entsetzen aus. Mein Bild als Nichtraucherin ließ mich entspannen. Ich gefiel mir - nicht rauchend. Auf einer Lichtung liegend, inmitten wohlriechender Wiesenblumen, duftendem Waldboden, ein leichter Windhauch streift meine Haut. Den blauen Himmel betrachtend- hier kann ich tief durchatmen.

Meine Terminfindung verlief zunächst unspektakulär. Moni fragte mich, an welchem Tag ich mir vorstellen könnte, aufzuhören. Na, Dienstag würde ich gut finden! In meiner Traumreise fand ich dann die Zahl 2, die Zahl 8 und einen Mond in der abnehmenden Phase. So, mein Unterbewusstes, nun mach dich auf die Findung nach einem Termin! Und das ließ nicht lange auf sich warten. Gleich in der folgenden Nacht erwachte ich gegen 2 Uhr ganz langsam aus einem Traum und meine Gedanken waren ganz bewusst: Zweites Quartal, acht Tage nach dem nächsten Vollmond- so schaute ich in einen Kalender mit Mondphase und war sprachlos, dann ganz aufgeregt. Acht Tage nach Vollmond - Datum 30.06.2009. Dies ist noch im zweiten Quartal des Jahres und ich konnte es nicht glauben - zudem ein Dienstag.

So stand mein Termin nun fest und ich durfte noch fast 7 Wochen rauchen! Ich berichtete Moni von meinem Termin, fand Alternativen für schmachtende Momente, hielt Ausschau nach einem Sparschwein, informierte meine Tochter, daß am 30.06.09 mein erster rauchfreier Tag sein werde. Ich fand ein Ritual der Verabschiedung von meinem lagjährigen Freund und so konnte der Tag kommen.

Am 29.06.09 um 22.35 Uhr machte ich meine letzte Zigarette aus, verabschiedete mich, wie schon einmal in meiner Traumreise erlebt, vernichtete Reste und blickte zuversichtlich auf meinen neuen Lebensabschnitt.

Das ist nun fünf Monate her.

Nun kann ich wirklich tief durchatmen und habe viel mehr Zeit für alles mögliche was mir Freude bereitet. Natürlich habe ich dann und wann einen Schmachter, doch diese kurzen Momente schaffe ich mit Gelassenheit durch die Anwendung meiner Alternativen. So angenehm kann er sein, der Weg zum Nichtraucher!

Da ich wöchentlich spare was ich sonst verraucht habe, bin ich schon Besitzer eines neuen TV-Gerätes, Flachbild neuester Technik, 94 cm Bilddiagonale. Echt klasse !!!

Ich bin stolz auf mich - ich bin frei.

Erlebt und aufgeschrieben von Petra Banik, zufriedene trockene Alkoholikerin seit 4 Jahren

und nun auch zufriedene Nichtraucherin.

Im November 2009

PS: Moni, ich danke dir von Herzen für die Hilfestellung und die damit verbundenen tollen Reisen in mein Ich !!!

 

Wir reisen in den Harz

Am Freitagmorgen, den 03.September 2010, begann unser Harzabenteuer morgens um 07.00 Uhr an der Tankstelle im Tegelgrund. Zwölf Freundeskreisler und zwölf Erwartungen wurden auf zwei Kleinbusse verteilt und bevor die Reise los ging, schoß Helmut noch schnell ein Erinnerungsfoto.

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Klugerweise hatten wir nicht die Autobahn sondern die Bundesstraße über Lüneburg, Uelzen, Braunschrweig und Goslar für unsere Hinfahrt ausgewählt. Bei herrlichem Sonnenschein fuhren wir durch die waldreiche östliche Lüneburger Heide immer Richtung Süden. Unser erster Haltepunkt war die schöne Stadt Uelzen. Wilfried lotste uns in Richtung Bahnhof, denn unsere Mägen konnten schon eine Kleinigkeit vertragen. Bei frischen Brötchen und einem Becher Kaffee machte uns dann Johnny auf das Hundertwasser Kunstwerk des Uelzener Bahnhofs aufmerksam. Bei einer Besichtigung einschließlich der Hundertwasser Toiletten ( mit Eintritt ) waren wir alle tief beeindruckt. Ein toller Eindruck zu Beginn unserer Reise.

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Gestärkt und gut gelaunt ging es weiter in die Harzstadt Goslar. Nach längerer Parkplatzsuche ( ohne Otto hätte das nie geklappt ) hatten wir bereits wieder das Gefühl essen zu müssen. Bei Kohlroulladen und anschließenden Windbeuteln wurde viel gelacht und erzählt.

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Nach einer Stadtrundfahrt und voller neuer Eindrücke, gesättigt und zufrieden, verließen wir Goslar und wurden von Johnny und Helmut zu unserer Unterkunft in Ilsenburg kutschiert ( Wilfried´s Navi machts). Danach gab es noch reichlich Zeit sich frisch zu machen, sich zu bewegen und die nähere Umgebung zu erkunden. Aber pünktlich um 19.00 Uhr konnten wir dann unsere strapazierten Magennerven beruhigen und es uns bei einem reichlichen Abendessen gut gehen lassen. Der Abend verging wie im Fluge. Es wurden persönliche Geschichten aus den "Schlechten Zeiten " erzählt und viele Dünjes zum Besten gegeben. Mit müden Gesichtern ließen wir diesen ereignisreichen Tag ausklingen.
 
Der Sonnabend begann mit Sonnenschein, hervorragender guter Laune bei allen Beteiligten und voller Erwartungen an den kommenden Tag. Ein reichliches Frühstücksbufett steigerte diese positive Stimmung noch. Dann alle ab in die Busse und auf nach Wernigerode zur Bahnstation der Brockenbahn. Bei einer zweistündigen Fahrt durch die abwechelungsreiche Harzlandschaft konnten wir bei herrlichem Wetter diese Dampflokfahrt so richtig genießen. Und dann waren wir da. Der Brocken: ein kahler 1.142m hoher Gipfel mit unansehlichen Gebäuden und einer nicht zu überschauenden Menschenmasse. Die Sicht vom Gipfel war hervorragend, aber nur für ca. fünf Minuten.

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Innerhalb kürzester Zeit verdunkelte sich der Himmel und es begann zu schütten. Wolken, keine Sicht, Regen und Hagel, alles was möglich war, kam vom Himmel. Unterstellmöglichkeiten gibt es dort oben kaum. Das heißt wir wurden naß! Das Wasser lief aus Ärmeln und Hosenbeinen. Kein Schirm und keine Regenjacke hielt das aus. Und alle Brockenbesucher wollten mit "unserem" Zug wieder ins Tal. Ein Chaos wie in besten Nachkriegs-Hamsterzeiten. Menschen in ihrer Ur(Tier)form. Der Stärkere siegt.
 

In einem völlig überfüllten Zug, mit durch nässten Menschen und Hunden, zuckelten wir in zwei Stunden wieder zu Tal und hinein in das schönste Sonnenwetter. Die vorgesehene Stadtrundfahrt durch Wernigerode entfiel natürlich wegen körperlicher Feuchtigkeit und so fuhren wir im Eiltempo in unsere Unterkunft.

 

Kurz abgetrocknet und umgezogen fuhren wir danach mit einem mächtigen Hunger in die " Nagelschmiede ", ein Cafe in Ilsenburg, um den Wetterfrust wegzukauen. Ein super tolles Cafe! Die selbst gebackenen Kuchen waren riesig und sehr lecker 

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Nach Stopfen der größten Löcher in unseren Mägen und der Rückfahrt zur Unterkunft ( Helga und Maren gingen zu Fuß ) konnten wir uns in Ruhe auf das Abendbrotessen vorbereiten. Wie am Abend vorher saßen wir noch lange beisammen und ließen den Tag an uns vorüber ziehen.

 

Sonntagmorgen! Frühstücksbufett ! Maren ganz frisch vom Schwimmen! Nach einem gemütlichen Frühstück und dem Einsammeln aller persönlichen Sachen ging es ab ins Auto und über die Autobahn Richtung Norden. Bei einem zweiten Frühstück in einem Autohof kam es noch zu einer angeregten Diskussion aller über die Teilnahme von Angehörigen an unseren Gruppenabenden.

 

Bei einem Besuch der Gedenkstätte Bergen-Belsen, kamen wir dann noch in eine ernste und erschütternde Situation. Jeden von uns hat dieses Schicksal so vieler unschuldiger Menschen zutiefst berührt, und sehr nachdenklich fuhren wir anschließend durch die blühende Heide bis zu "Omas Bratkartoffelhaus " . Hier konnten wir uns nochmal bei Bauernfrühstück etc. stärken, um dann die restlichen Kilometer bis nach Glückstadt zu fahren.
bild97Fazit:

Eine schöne Reise mit vielen Erlebnissen.

Dank an Helmut für die Organisation und an unsere Fahrer.

Und wir freuen uns alle auf die nächste Fahrt.

Text: Ingrid Schulz

Fotos: Helmut Lucht

 

Info Stand und Matjesmeile

Liebe Freunde! Unser Info Stand auf der Matjesmeile hat Tradition! Seit Gründung unseres Vereins im Jahre 1991 sind wir immer ohne eine einzige Unterbrechung mit unserem Informationsstand auf der Matjesmeile vertreten. Das muß auch in diesem Jahr wieder so sein, denn Tradition verpflichtet auch. Viele Besucher unseres Standes kommen seit Jahren zu uns und freuen sich immer wieder uns zu sehen und mit uns zu sprechen. Alle diese Menschen würden wir enttäuschen.

Die Organisation dieser Veranstaltung und ihre Durchführung erfordert aber von uns allen eine aktive Beteiligung. Ob durch Kuchen backen, Kaffee kochen oder als Gesprächpartner für Informationssuchende - jeder von euch ist angesprochen. Je mehr Freunde aus den Gruppen sich beteiligen, je geringer werden die Belastungen für den Einzelnen. Also kommt zu unserem Info Abend am 06.05.2010, um 19.00 Uhr, in unsere Räume. Es gibt auch wieder ein reichhaltiges Keksbufett und Kaffee.Ich hoffe auf ein gutes Gelingen!

 

Die Mittwochgruppe auf Achse

Am 18.08.2010 unternahmen wir mit acht Personen eine Fahrradtour nach Drochtersen.

Mittags trafen wir uns an der Fähre und dann ging unser Ausflug los. Ziel war ein Cafe´ in Drochtersen, wo es am Mittwoch Kuchen und Kaffee satt gibt.

Nach etwa einer Stunde Radfahrt gab es erst einmal Kaffee und dann wurde das Kuchenbuffet in Beschlag genommen.

Satt und gut gelaunt traten wir die Rückfahrt an und waren um 19.00 Uhr wieder in Glückstadt.

 

...und noch ein Ausflug

Die nächste Tour war am 22.08.2010. Wir fuhren dieses Mal mit 15 Personen in Gruppen nach Brunsbüttel. Von dort ging es mit dem Bus weiter nach Friedrichstadt. Hier erwartete uns die "Nordstern", um uns über Eider, Gieselaukanal und Nord-Ostsee-Kanal wieder nach Brunsbüttel zu bringen.

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Wir passierten ein paar Schleusen, um den unterschiedlichen Wasserstand auszugleichen. An Bord wurde gefrühstückt, es gab Mittagessen und nachmittags auch noch Torte. Aber nur essen - nein! Wir haben uns auch bewegt. Es ging nach oben an Deck und bei Gewitter wieder nach unten. Da wir viele Stunden zusammen saßen, wurde auch viel miteinander geredet und nicht nur über Sucht.

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Gut erholt von der Ruhe und den Eindrücken war die Fahrt um 19.00 Uhr zu Ende. Mit den eigenen Autos ging es wieder in die Heimat. Jetzt warten wir auf unsere nächste Gruppenaktion, das Mehlbütelessen. Der Termin steht schon, denn solche Unternehmungen beleben die Gruppenarbeit.

Die Mittwochgruppe

 


Unser Matjesfest 2010 - ein kleiner Rückblick


Mit Mut und Zuversicht haben wir auch in diesem Jahr im Rahmen der Eröffnungsfeierlichkeiten der Glückstädter Matjeswoche unseren Selbsthilfeverein präsentiert.sdc11174

Das Mut in diesem Jahr besonders dazu gehörte, zeigte sich schon bei unserer Info-Veranstaltung, bei der 7 Mitglieder  incl. Vorstand- anwesend waren.

Diese jedoch mit großer Motivation: Wir machen 2 Tage Matjesmeile !

So durften wir feststellen, das wir nicht nur ein kleiner Kreis von Helfern sind, sondern zudem auch nicht mehr die jüngsten. Also fanden wir gemeinsam Plan B, welcher wieder den einfach aufgebauten Pavillon und 4 Klapptische beinhaltete. Zudem der Verzicht auf Porzellangeschirr - alternativ Pappe - sollte das alljährliche Vergnügen einfacher machen.

Mit diesem Vorschlag ging der Vorstand still und zurückhaltend an die Mitglieder und deren Angehörige. Einige Helfer kamen dazu, auch wurde die Kuchenliste üppiger.

Na ja, wir hatten schon mal bessere Ergebnisse, jedoch wissen wir:  Gemeinsam schaffen wir unser Vorhaben!

So war es dann auch: am Samstag dreimal Kuchen ausverkauft, ein besonderer Dank an unsere Kuchen-Zauber-Maus Ingrid mit deinen Vorräten für schnelle Backaktionen hast du unseren Nachmittag gerettet!!! Abends hat sie dann noch mal bis 21.30 Uhr den Backofen glühen lassen, am Sonntag hatten wir zunächst bis Mittags Angst , das wir auf sehr viel Kuchen sitzen bleiben. Gutes Wetter und unsere Unerschrockenheit trugen dann doch auch am zweiten Tag noch zu großem Erfolg bei.

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Der Kontakt mit unseren Gästen war sehr aufgeschlossen und mit viel Freude verbunden. Viele kennen wir schon aus langen Jahren, einige gaben sich zu erkennen: Wir kommen jedes Jahr an Euren Stand, hier gibt es den besten Kuchen und richtig guten Kaffee !

Ehemalige Gruppenmitglieder besuchten uns und berichteten über Ihre Lebenswege.

Wir führten tolle Gespräche, konnten Hilfestellungen anbieten und leisten und in der verhältnismäßigen Einfachheit blieb auch unser Spaß nicht auf der Strecke!

Na, liebe Freunde, das motiviert für das nächste Jahr!!!

Ich möchte mich nochmal bei allen Helfern, bei allen Gästen, bei allen Gesprächspartnern, bei allen Freunden und Angehörigen von Herzen für das tolle Gelingen unserer diesjährigen Präsentation bedanken!

Mein Dank gilt auch denen, die in diesem Jahr nicht helfen konnten, weil es Ihre Zeit oder vielen auch Ihre Gesundheit nicht zugelassen hat. Ich weis, Ihr wart mit Euren Gedanken bei uns und habt uns für gute Arbeit die Daumen gedrückt. Auch das ist wichtig und hilft!

D A N K E ! ! !

Petra Banik  Glückstadt, 28.06.2010