NORDDEUTSCHE RUNDSCHAU vom 12.12.2009

Ehrung

Ehrenmedaille für Johnny Boos

Bild2Mit der Ehrenmedaille der Stadt Glückstadt wurde Johnny Boos jetzt ausgezeichnet. Bürgervorsteher Ulf Ostermann überreichte dem 69-jährigen Glückstädter die Auszeichnung im Rahmen der jüngsten Stadtvertretung. Johnny Boos wurde für sein langjähriges Engagement bei der Suchtkrankenhilfe geehrt. Der Bürgervorsteher würdigte seine vielen Verdienste. 2003 sei Boos von der damaligen Ministerpräsidentin Heide Simonis die Silberehrenmedaille des Landes verliehen worden. Und Ostermann fand auch persönliche Worte vor zahlreichen Zuschauern, die zum Gratulieren gekommen waren: "Der Verein ist für Dich zu einem zweiten Zuhause geworden." Die Zeit, die er investiert habe, sei gar nicht in Zahlen zu fassen.
Boos gab ein Lob an die Stadt zurück: "Die Glückstädter Suchtkrankenhilfe wird im ganzen Land von anderen Freundeskreisen beneidet, weil sie von der Stadt unterstützt wird." Denn seit Jahren gibt es jährlich einen Zuschuss  für die Räume, in denen die Gruppenabende stattfinden. Er dankte allen, die helfen, die Arbeit möglich zu machen. 

Viele Auszeichnungen auf Landesebene und ein Ehrenvorsitz: Johnny Boos ist lange dabei und hat viel bewegt. Seit 1985 macht er Gruppenarbeit und hat auch auf Landesebene viel bewegt. "Die Suchtkrankenhilfe hat im Land eine Vorreiterrolle übernommen."

Der Glückstädter kam 1982 zum Freundeskreis - als Betroffener. "Ich bin  alkoholkrank." Ihm ging es körperlich so schlecht, dass er Hilfe bei einem Arzt suchte. Ohne Erfolg. Er wandte sich an einen Freund, der ihm half und später sein Mentor wurde. Es war der inzwischen Verstorbene Klaus Ziebell, damals Vorsitzender des Freundeskreises. Johnny Boos und seine Frau Helga gingen in die Gruppe, doch der Versicherungsangestellte fing wieder an zu trinken. "Ich hatte nichts begriffen." Nach einem Jahr ging es ihm so schlecht, das er freiwillig eine Therapie anfing, die ein halbes Jahr dauerte. "Ich konnte nichts mehr trinken, mein Magen war kaputt." Sein Arbeitgeber hatte bis dahin nichts gemerkt. 

Nach der Therapie war er ein anderes Mensch: "Von da an ging alles bergauf." Regelmäßig besuchte Johnny Boos mit seiner Ehefrau Helga die Gruppenabende. Sie engagierte sich ebenso wie er, deshalb bezeichnet er sie auch liebevoll als "Mutter der Freundeskreise".

Der Vater von zwei Söhnen übernahm 1985 seine erste Gruppe, die er leitete. Mit einer Unterbrechung von zwei Jahren war er bis Februar diesen Jahres Vorsitzender der Suchtkrankenhilfe. Diese ging als Verein 1991 aus dem Freundeskreis hervor. Auch heute noch leitet er eine Gruppe. "Ein suchtabhängiger Mensch kommt mit seinem Leben nicht klar. Er ist zu sensibel für diese Ellbogengesellschaft", erklärt der Glückstädter sein langjähriges Engagement. 

Mittlerweile ist die Bandbreite der Angebote von Gruppenabenden innerhalb der Suchtkrankenhilfe groß geworden. "Der Schwerpunkt ist Alkohol." Aber auch Betroffene, die unter Depression leiden, unter Drogen und Spielsucht suchen Hilfe bei der Gemeinschaft. 

Auch der Landesvorsitzende der Suchtkrankenhilfe, Wolfgang Gestmann, gratulierte in einer Ansprache.

 


Auf, auf ins Gurkenland ( Spreewald ). Eine gruppenübergreifende Wochenendfahrt

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Helmut und Richard haben es wieder einmal bewiesen den Teilnehmern an unserer Fahrt ein schönes Wochenende zu bereiten. Dafür möchten wir uns an dieser Stelle herzlich bedanken. Der Ablauf war ruhig und besonnen und alle waren hoch zufrieden.

Helmut hatte uns allen vorher ein selbst entworfenes Info- Prospekt zukommen lassen und so konnten wir am Donnerstagabend in Ruhe zu Bett gehen.

Am Freitagmorgen, pünktlich um 06.00 Uhr, waren Hanne und Richard mit dem Kleinbus vor unserer Tür, nahmen Tasche, Rollator, Maren und mich auf. Weiter ging es zu Ingrid, Otto und Rüdiger. Damit waren wir komplett. Helmut sammelte mit dem zweiten Bus in ähnlicher Weise seine Leutchen ein und wir trafen uns danach an der Borsflether Mühle.

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Die Fahrt ging über Hamburg und dann über die Autobahn in Richtung Berlin. Bei einem kurzen Zwischenstop gab es erst einmal ein Eis oder einen Kaffee zur Aufmunterung. Unter dem Beifall aller Mitfahrenden teilte uns dann Richard die erste Änderung mit. Da wir zeitlich gut dabei wären, würden wir noch einen kleinen Umweg über Frankfurt/Oder machen. Der dortige Polenmarkt in Slobice wäre sehenswert.

Schon ging es weiter. Wer kommt schon mal bis an das Ende unserer Republik? Maren und ich schon gar nicht. In Frankfurt/ Oder ging es dann erst einmal über die Oderbrücke auf die polnische Seite. Der Blick von der Brücke auf das Stadtpanorama und die Flußlandschaft war schon sehr beeindruckend. Auf der polnischen Seite nahmen wir dann ein Sammeltaxi. Alles streßfrei bei herrlichem Sommerwetter.

Das Trödeln über den Markt war sehr interessant. Das Warenangebot riesig. Die Preise niedrig. Vom Büstenhalter über lebende Hündchen und alle erdenkliche Speisen und Getränke konnte alles erworben werden. Nach einem Rundgang und einem ausgiebigen preisgünstigen Essen fuhren wir am frühen Nachmittag mit einem schrottreifen Großtaxi wieder bis zur Oderbrücke und maschierten zu unseren Fahrzeugen.

Unser anvisiertes Ziel, unsere Heimstatt für zwei Tage, in Treppendorf/ Lübben, kam mit Höchstgeschwindigkeit näher. Die Stimmung stieg in ungeahnte Höhen.

Wir sind angekommen! Zimmerverteilung, frisch machen und dann am Abend "Essen vom Grill" satt. Bei herrlichem Wetter saßen wir auf der Terrasse und genossen Würstchen, Steaks, Salate, Brot und Brötchen. Und hinterher passte auch noch ein Eisbecher in den schon wohlgefüllten Magen. Der Tag zog noch einmal an uns vorüber und alle gingen gesättigt und sehr zufrieden ins Bett.

Es ist Sonnabend, 29.08.09, 08.30 Uhr, Tatort Frühstücksraum. Gute Laune bei allen und zur Untermalung ein reichhaltiges Frühstücksbufett. Gegen 10.00 Uhr Aufbruch nach Lübbenau zu einer Kahnfahrt durch die vielen Flußarme des Spreewaldes. Meine Bedenken einen Kahn besteigen zu müssen ( meine Knochen und Gelenke sind doch schon recht steif geworden ), wurden schnell zerstreut. Unsere Freund nahmen Platz und der Kahn hatte jede Menge Ballast, um nicht so zu schaukeln. Ich konnte gut einsteigen.

bootsfahrtUnter den Erklärungen unseres Gondolliere schipperten wir von einem Flußarm zum anderen. Ich hatte immer gedacht, der Spreewald wäre " Urwald". Dem war aber nicht so. Viele Uferabschnitte waren bebaut und die Landschaft vermarktet. Außenborder, Kähne aus Stahl oder Aluminium. So recht kam bei mir keine Stimmung auf. Das änderte sich auch nicht, als wir um die Mittagszeit am Ufer einer Gaststätte anlegten. Mein Essen " gebratener Zander " war zwar gut, aber die Organisation drumherum ließ doch sehr zu wünschen übrig. Ich war schon fast wieder hungrig bevor endlich die Rechnung kam. Weiter ging es über Kanäle und Schleusen zurück nach Lübbenau. Pause für alle alten Freundeskreisler!

Dodge City Saloon. Abendessen nach Western Art mit zünftiger Life Musik, Pferden vor der Tür und Tingel-Tangel-Mädchen als Bedienung. Ein Erlebnis der anderen Art. Eine Speisekarte von Strauß über Krokodil, Hai, Schwein, Rind und Pute. Für jeden etwas und das reichlich. Spät abends erreichten wir, einige mit Hörschäden, wieder unser Quartier und fielen ins Bett.

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Aufbruch zum letzten Abschnitt. Nach dem Frühstück Zimmer räumen und alles in den Bussen verstauen. Auf zur Straußenfarm in Zauche. Uns erwartete ein sehr interessanter Vortrag über diesen Riesenvogel und seine Haltung auf dieser Farm. Die Fütterung eines dieser Tiere durch Hanne war beifallsreich und einmalig.

Auf der Rückfahrt über die Autobahn und einem kleinen Imbiß bei Gudow landeten wir alle wieder wohlbehalten in Glückstadt und konnten uns über ein gelungenes Wochenende freuen.

Helmut und Richard, danke! Es war wirklich schön mit uns allen!

Zeichnungen und Text von Hans-Herrmann